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Autofrei und Spaß dabei (11.06.2003)



Autofrei
Rollen durch die Natur ohne Stress



Die Umweltorganisation BUND plant einen autofreien Tag auf einer Strecke ausgehend für Bielefeld Richtung Detmold. Auf der Strecke sollen sich dann Radfahrer und Skater fortbewegen können – inklusive attraktivem Rahmenprogramm. Für die gute Idee fehlen aber noch die politischen Entscheider, die sich für die Idee begeistern.











Von Manfred Horn

Die Bielefelder Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz – kurz BUND – will für die Region Bielefeld und Lippe einen autofreien Tag auf einer Strecke. Im kommenden Jahr könnte es schon soweit sein, Vorbilder gibt es genug. Autofreie Sonntage finden seit einigen Jahren vor allem in Rheinland-Pfalz (Weinstraße, Moseltal, Rheintal), seit etwa zehn Jahren im Fuldatal bei Kassel und seit vergangenem Jahr auch im Wesertal bei Hameln. Am 25. Mai waren 30.000 Menschen auf einer Route von Hameln aus durchs Wesertal auf dem Fahrrad oder mit Inline-Skates unterwegs. Kombiniert wurde das »Felgenfest« durch aktive Vereine, die das Fest nutzen um sich zu präsentieren und druch Stadtfeste wie ein Bauernmarkt. Auf einer Route bei Kassel fand in diesem Jahr bereits zum neunten Mal das »Sattelfest« statt, initiiert vom dortigen Regierungspräsidenten, 40.000 Menschen tummelten sich auf der Strecke. In Italien kennen mehrere Großstädte wie Rom, Mailand, Genua ebenfalls jährlich wiederkehrende autofreie Tage, wo ganze Innenstädte autofrei werden.

In Bielefeld wird gerade erst der Anfang gemacht. Genauer: Der BUND versucht den autofreien Tag anzustoßen. Bisher hat die Politik noch nicht reagiert. Der BUND wünscht sich, dass der Oberbürgermeister Bielefelds, der Regierungspräsident und Landräte aus dem Kreis Lippe positive Signale senden. Der BUND plant eine autofreie Route von Bielefeld nach Detmold entlang dem Teutoburger Wald, hat aber auch Alternativen im Hinterkopf. Denkbar wäre auch eine Route von Bielefeld über Herford zur Weser nach Vlotho. Um einen autofreien Tag zu organisieren, braucht der BUND Unterstützung: Allein die Absperrung der ausgewählten Straße kostet einiges. Dieses Geld könnte, wie in anderen Städten auch, von den Kommunen und von Sponsoren kommen, die sich an der Route präsentieren könnten. So hatte das Regierungspräsidium Kassel beim diesjährigen dortigen autofreien Tag neun Infopunkte eingerichtet, um über eigene Aktivitäten zu informieren.

Der autofreie Tag auf einer bestimmten Strecke soll nämlich nicht nur einfach so sein, sondern möglichst ein Volks-Ereignis. »Die Menschen radeln durch eine schöne Gegend, die sie sonst nur vom Autofahren kennen«, sagt Jens Jürgen Korff vom BUND. Es entstehe so ein ganz anderer Eindruck von der Gegend. Zudem sei es ein besonders schönes Fahrgefühl, ohne Angst über glatte Straßen zu fahren. Auch Vogelgezwitscher und der Duft von Wiesen sei ein besonderes Erlebnis.Dabei komme man schneller voran, als man annehme. Unterwegs sollen Stände zum Halten einladen: Dort soll es dann Essen, Trinken, Musik und Information geben. Eine ideale Kombination also, etwas für die Umwelt, für die eigene Gesundheit und das eigene Erleben zu tun.

Langfristig will es der BUND nicht bei einem autofreien Tag belassen. Dahinter steckt die Frage: Wann und warum überhaupt Auto? Doch bevor es soweit ist, dass viele Menschen vom Auto aufs Fahrrad oder den Öffentlichen Personennahverkehr umsteigen, will man lieber erst mal klein beginnen: Mit dem ersten autofreien Tag in Westfalen überhaupt; möglichst mit dem Ausgangspunkt Bielefeld auf einer Strecke entlang am Teutoburger Wald: Teuto ohne Auto.